Ein starkes Zeichen für Religionsfreiheit und Zusammenhalt
Am 6. Juli 2026 hat Bayerns Innen- und Integrationsminister Joachim Herrmann gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der christlichen Kirchen, der jüdischen und muslimischen Gemeinden sowie weiterer Religionsgemeinschaften in München die Gemeinsame Erklärung des Bayerischen „Dialogforums Religion und Integration" vorgestellt. Wir begrüßen diese Erklärung ausdrücklich — sie ist ein starkes Zeichen für Demokratie, Religionsfreiheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt in Bayern.
Die Erklärung bringt auf den Punkt, wovon auch wir überzeugt sind: Religionen können Brücken bauen. Sie tragen Werte wie Menschenwürde und Solidarität in unsere Gesellschaft und haben das Potential, zu verbinden, zu integrieren und zu versöhnen. Dass sich die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner zugleich klar zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung, zur Sicherheit von Gotteshäusern und Gebetsstätten und zum entschiedenen Einsatz gegen Antisemitismus, Muslimfeindlichkeit, Rassismus und jede Form von Extremismus bekennen, verdient Respekt und Unterstützung.
Besonders bemerkenswert ist die Breite des Bündnisses: katholische und evangelische Kirche, orthodoxe Kirchen, jüdische Gemeinden, muslimische und alevitische Gemeinschaften, Buddhisten sowie Wissenschaft und Zivilgesellschaft stehen gemeinsam hinter diesem Text. Ein solches Bündnis ist keine Selbstverständlichkeit — gerade in Zeiten, in denen Hass und Hetze lauter werden und Gebetsstätten angegriffen werden, wie zuletzt in Memmingen.
Als Gruppe, in der Menschen unterschiedlicher Herkunft, Sprachen und Glaubensrichtungen zusammenkommen, wissen wir: Dialog ist keine Schwäche, sondern die Voraussetzung für ein friedliches Miteinander. Was das Dialogforum auf Landesebene vorlebt, leben wir in München im Kleinen — Monat für Monat, an einem Tisch.
Entscheidend ist nun, dass den Worten Taten folgen: Räume der Begegnung schaffen, Wissen übereinander vermitteln, einander zuhören — im Alltag, am Arbeitsplatz, in der Schule, im Verein und am Stammtisch. Dazu wollen wir auch künftig unseren Beitrag leisten.
Jetzt ist die Zeit, Haltung zu zeigen — für Religionsfreiheit, für Zusammenhalt und für ein friedliches Miteinander.
München, 8. Juli 2026
Hintergrund
Das „Dialogforum Religion und Integration" geht auf eine Initiative von Innen- und Integrationsminister Joachim Herrmann zurück und ist im Herbst 2025 erstmals zusammengekommen. Es versammelt rund 30 Vertreterinnen und Vertreter von Religionsgemeinschaften, Hochschulen, Institutionen des interreligiösen Dialogs sowie Verwaltung und Politik. Die Gemeinsame Erklärung wurde am 20. April 2026 in München gezeichnet und am 6. Juli 2026 der Öffentlichkeit vorgestellt. In fünf Punkten bekennen sich die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner zur Schlüsselrolle der Religionen für ein friedliches Miteinander, zum Schutz von Gotteshäusern und Gebetsstätten, zum konstruktiven Austausch auch in schwierigen Zeiten, zur Förderung von Wissen und Respekt — und zum gemeinsamen Einsatz gegen Antisemitismus, Muslimfeindlichkeit, Rassismus, extremistische Ideologien sowie Hass und Hetze.